
Gol-e-mán (installation / 2003)![]() Two things dedicated to one person presented as an intimate situation in the context of the Panorama03. "Das Crossover der künstlerischen Kräfte, die Interaktion von Architektur, Musik und bildender Kunst, charakterisiert das Arbeitsprinzip von Ulrich Troyer, von seiner Diplomarbeit »l Hörspiel für Architektinnen (6 blinde Personen erzählen von ihren Erfahrungen mit Stadt, Raum und Architektur)« über den Vortrag »Kochen mit den Ohren: Räumliches Hören / Der Raum als Filter« bis zu den Soundtracks und Liveperformances. Das Möbel und die Installation >gol-e-mán<, persisch so viel wie »meine Blume«, bilden eine intime Rückzugsmöglichkeit innerhalb der >Panorama 03<. Ein bequemer Sessel steht neben einem Möbel mit einer Vase, die täglich mit einer frischen Rose versorgt wird; daneben ein CD-Player mit Kopfhörer, auf dem die Hülle der CD >Rose de Shiraz< liegt. Die »Einrichtung« ist zwar rudimentär, trotzdem macht der Besucher es sich gemütlich und genießt das provisorische Milieu. Der Klangraum, der sich über die Kopfhörer aufspannt, kombiniert Alltagsgeräusche von verschiedenen Straßenmärkten sowie vom Zubereiten und Verzehren von Speisen mit den akustischen Abbildern von gebauter Architektur, »Hörbildern von Räumen«, die mit speziellen Kunstkopfmikrophonen aufgezeichnet werden, wie auch den Klängen traditioneller Instrumente und »Stimmschnipseln«. Die musikalische Reise beginnt beim Geschirrspülen, hebt ab nach Mexiko. Wien und Paris und endet schließlich auf einem Bazar in Kairo. Die verschiedenen Gerausche räumen das leere >gol-e-mán<-Möbel ein und umflirten spielerisch die Rose vor unseren Augen. Die Computertechnologie ermöglicht das verbindende Sampling getrennter akustischer Räume und damit eine neue lebendige, ambulante Aneignung unterschiedlicher Lebensbereiche. Geräusche, Klänge, Töne, Melodien errichten Wände, offnen Türen, füllen Räume oder entleeren sie. Ihre Präsenz im Kopfhörer transformiert den Raum und der Klangraum rückt uns plötzlich näher als die Umgebung, in der wir uns gerade befinden. Der gehörte Raum hat andere Qualitäten als der gesehene: Die audioarchitektonischen Entwürfe von Ulrich Troyer bewegen sich zwischen den Zeichen der Architektur und der Textur des Hörbaren." (Marion Piffer-Damiani) |
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